Binyang
Am 16. März dieses Jahres habe ich meinen WeChat-Blog wieder aufgenommen und Artikel sowie Bilder veröffentlicht. Der letzte Eintrag war am 28. März 2020 – sechs Jahre lang lag er brach.
Sechs Jahre – wenn man sie in die Pflege eines WeChat-Blogs gesteckt hätte, wäre das unermüdliche Schreiben allein schon ein Gewinn gewesen.
Vor sechs Jahren hatte ich kein Verständnis und keine Erfahrung mit dem Zinseszinseffekt der Zeit. In diesen sechs Jahren hat meine Familie viel gewonnen, wir sind viel gereist und haben viele Landschaften gesehen. Aber mein persönliches Wachstum und meine Fortschritte habe ich nicht so stark gespürt. Oft habe ich nur in Gedanken darüber nachgedacht, viele Informationen aufgenommen, aber nichts davon verarbeitet oder nach außen getragen.
Lernen, Praktizieren und Veröffentlichen – das ist ein guter geschlossener Kreislauf des Lernens. Ich denke, dieser Kreislauf sollte nicht auf Selbstdisziplin oder Durchhaltevermögen beruhen, sondern man sollte erkennen, dass es eine wertvolle wissenschaftliche Methode ist, die es anzuwenden lohnt.
Jetzt schreibe ich meine Gedanken auf. Früher dachte ich, es reicht, wenn ich es weiß – zu schreiben ist zu mühsam, und was, wenn es nicht gut wird? Kurzum, innere Bedenken führten zu Verzögerungen, und dann kam nichts mehr dabei heraus.
In letzter Zeit habe ich viel geschrieben, und meine Gewohnheit hat sich geändert: Ich schreibe einfach los, ohne zu viel nachzudenken, schließlich lassen sich Worte leicht korrigieren und überarbeiten.
Beim Tippen komme ich schnell in einen ruhigen Geisteszustand, als würde ich mit mir selbst sprechen, und die Zeit scheint zu vergehen. Das Schreiben nimmt zwar etwas von meiner freien Zeit in Anspruch, aber ist das Veröffentlichen selbst nicht auch eine Form von Freiheit (Meinungsfreiheit)?